Forum 3 bei Facebook

Ehemalige Zivis und PraktikantInnen über ihre Zeit im Forum 3

Praktika

 

»Schon bevor ich mich für ein Praktikum im Forum 3 entschieden hatte, kannte ich die Einrichtung von einigen Besuchen im Forum Theater. Von Anfang an habe ich mich wohl gefühlt in dem schönen, alten Bau mitten im Herzen von Stuttgart.

Als es nach meinem Abitur dann darum ging, was ich nun machen möchte, war mir eines klar: sofort wieder die ›Schulbank‹ zu drücken kommt für mich nicht in Frage! Ich wollte zuerst noch einmal etwas Anderes sehen und praktische Erfahrungen im Bereich Kultur und der Arbeitswelt sammeln. Also entschied ich mich, eine Bewerbung an den Kursbereich des Forum3 zu schreiben, da er mir im Gespräch als sehr vielseitig präsentiert wurde. Dieser Eindruck hat sich während meines Praktikums bestätigt.

So hatte ich neben den regelmäßigen und Wochenend-Kursen vor allem mit der Betreuung der Gastgruppen zu tun, welche sich hier im Haus größtenteils vormittags zu Fortbildungen und Seminaren treffen. Doch auch die Betreuung der sich treffenden Bürgerinitiativen und kleinerer Gruppen, Einzelveranstaltungen, die Info-Tour (Verteilen der Programmhefte außerhaus) und tägliche Arbeiten wie Räume vorbereiten, nach den Auslagen zu schauen oder die Ausschilderung zu machen, gehörten zu meinen Tätigkeiten. Neben alledem konnte ich auch ein wenig bei den Ausstellungen, DokOut (Dokumentationsfilmvorführungen in Kooperation mit dem Stadtjugendring Stuttgart e.V.), dem Kinder- und Jugendfestival und den Plakaten mithelfen. Zudem bekam ich die Möglichkeit, selbstständig ein großes Projekt in die Hand zu nehmen.

À propos selbstständig: das ist etwas, was ich wirklich sehr geschätzt habe. Mir wurde – wie allen anderen Praktikanten auch – im Forum 3 stets großes Vertrauen entgegen gebracht. So konnten wir unsere eigenen Ideen in Projekte umsetzten, hatten die Möglichkeit uns einzubringen und wurden wie ›normale‹ Mitarbeiter behandelt.

Rückblickend bleibt zu sagen, dass ich in den 11 Monaten hier viel gelernt habe. Zwar nicht unbedingt direkt an Wissen, dafür umso mehr was den Kontakt mit Menschen, das Einteilen von Arbeit, neue Perspektiven, andere Herangehensweisen und Teamwork betrifft.

Neben all den ›arbeitstechnischen‹ Erfahrungen durfte ich auch Kontakt zu vielen interessanten Menschen knüpfen - seien es die Mitarbeiter, die anderen Praktikanten, die Kursteilnehmer, die Kursleiter oder auch Gastredner.

Nun bin ich gespannt, was in Zukunft so alles auf mich zukommt und blicke den neuen Aufgaben und Herausforderungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.«

Amelie W.

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»Wenn ich die Jahre seit meiner Zivildienstzeit Revue passieren lasse, so kann ich zwei Arten von Erinnerungen erkennen: diejenigen, die ohne Konsequenz für die Zukunft geblieben sind und im Wandel der Zeit verblasst sind; und jene anderen, die nicht nur die Zeit überdauert haben, sondern weiterhin die Gegenwart beeinflussen. Zu letzteren Erinnerungen zähle ich das Forum 3. Das Haus verstand sich immer als eine Art Leuchtturm des humanen, kreativen und geistigen Lebens, das die Hänge unserer Stadt überstrahlte. Und es versteht sich von selbst, dass es Anziehungspunkt für entsprechend veranlagte Menschen war. So erlebte ich es auch in jener Zeit: als einen Orientierungspunkt in meinem Leben.

Nun wäre dieses Bild unvollständig, wenn ich es dabei beließe: ›Das Forum 3 ein Leuchtturm für junge Menschen.‹ Das wäre eine hohle Parole, und das Plakative stand im Forum 3 nie hoch im Kurs. Im Forum 3 ging es immer um die Essenz der Dinge, um jene Kraft die im Innersten wirkt und in diesem Sinne möchte ich das Bild erweitern: Das Forum 3 ist ein ungewöhnlicher Leuchtturm, es weist Suchenden nicht nur den Weg, es findet auch seine eigenen Koordinaten durch die Suchenden - und es scheint, als könnte es diese Koordinaten durch die Leben der Suchenden, die in ihm wirken, verändern. Das ist eine außerordentliche Mechanik, die nur dann entstehen kann, wenn man daran glaubt, was man tut, und darauf vertraut, dass Bestand nur im Wandel möglich ist.«

Pavle P.

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»Durch meine Zivildienstzeit im Handwerksbereich im Forum 3 habe ich gelernt wie man aus Holz die verschiedensten Möbel und Büroeinrichtungsgegenstände herstellt, Kulissen für Theaterstücke plant und realisiert, aber auch die Substanz der Einrichtung des Forums durch regelmäßige Renovierungsarbeiten erhält. Durch meine freundlichen Arbeitskollegen machte mir die Arbeit stets Spaß und in einem knappen Jahr habe ich viel über handwerkliche Tätigkeiten und die Arbeit in einer Schreinerei gelernt.«

Benjamin H.

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»Der Zivildienst im Forum 3 war eine besonders prägende Zeit für mich, an die ich gern zurückdenke. Bei meinem Dienstantritt im September 1996 hatte ich gerade mein Abi hinter mir, erstmals war ich von zu Hause weggezogen. Eine echte Umbruchzeit. Was würde mich im Forum 3 erwarten? Als Nicht-Waldorfschüler hatte ich mit der Anthroposophie bis dato wenig Berührungspunkte gehabt. Umso glücklicher war ich über die herzliche Aufnahme in der Gymnasiumstrasse. Ich erlebte: sehr engagierte, neugierige, aufmerksame und herzliche Forum-Mitarbeiter, mit denen ich erfreulich kontrovers diskutieren konnte. Das Vertrauen in den Menschen, den Glauben an sein Potential, die Bedeutung von Spiritualität und Gemeinschaft - das sind Werte und Überzeugungen, die bei mir im Forum 3 gefestigt wurden und heute mein Leben mitprägen. Genauso lehrreich (und spaßig) war freilich das praktische Leben in der Zivi-WG im 5. Stock… Aus dieser Zeit sind Freundschaften erwachsen, die bis heute halten.
Danke, liebes Forum3-Team, für ein wichtiges Jahr!«

Marc D.

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»Ich habe vom Herbst 2006 bis zum Sommer 2007 meinen Zivildienst im ForumTheater Stuttgart geleistet. Ich habe dort eine sehr interessante und bereichernde Zeit erlebt.

Für mich als Kulturinteressierten war es eine tolle Erfahrung, so intensiv in diesem beson deren Stuttgarter Kulturbetrieb mitarbeiten zu dürfen. Ob im Büro, beim Kartenverkauf, auf der Bühne, in der Technik, im Kontakt mit den Künstlern, oder bei den Besprechungen des Theaterteams – ich habe überall umfassenden Einblick in die Abläufe und ökonomi schen, personellen oder künstleri schen Fragestellungen eines etablierten Theaters bekommen und konnte häufig verantwortungs volle Aufgaben übernehmen. Besonders gefallen hat mir an der Zeit im Forum Theater aber das Miteinander der ganzen Men schen im Forum 3, die in besonderer Weise engagiert arbeiten. Auch das Leben und Wohnen in der Stuttgarter Innenstadt war eine tolle Erfahrung.

So wurde dieses Jahr für mich zu einem beeindruckenden Erlebnis, an das ich immer noch wehmütig zurückdenke. Das Jahr hat mir nicht nur die Zeit gegeben, meinen Berufs wunsch zu fin den, sondern mich auch und vor allem mit vielen tollen Menschen zusam mengebracht.

Die Zeit ›im Forum‹ hat mich so begeistert, dass ich an den Zivildienst noch ein dreimonatiges Praktikum gehängt habe, wo ich unter anderem auch eine Regieassistenz übernehmen konnte. Danach habe ich noch einige Monate im Forum Café gearbeitet.

Gerade heute, wo der Stundenplan von Oberstufenschülern voller denn je ist, finde ich es sehr wichtig, nach der Schule ein Jahr in einem kulturellen, sozialen oder gemeinnützigen Prozess mitzuarbeiten. Für mich war es auf jeden Fall ein entscheidendes Jahr. Vielen Dank an das Forum Theater dafür!«

Bastian R.

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»Für mich war das Forum 3 nicht eine einfache Zivildienststelle; es war ein Brennpunkt, eine Umschlagspunkt, ein Kristallisationspunkt für meine eigene Biographie - und ein Zuhause. Waren es die beeindruckenden bis merkwürdigen Menschen die dort als Dozenten und Gäste ein und aus gingen? Das Gefühl, in meinen Fragen, Anliegen, Beiträgen und Fähigkeiten so sehr ernst genommen zu werden? Das wirkliche Interesse am Anderen? Die Freundschaften, die mich mit diesen Menschen dort verbindet? Die Stimmung in diesem Haus, bereit zu sein, sich wirklich für etwas einzusetzen? Nichts allein, aber vielleicht alles gemeinsam, kann ein wenig das bunte, lebendige Bild beschreiben, das mir vor Augen steht, wenn ich an das Forum 3 denke. Hier habe ich gelernt, was es für den Einzelnen, eine Gemeinschaft und die Welt bedeutet, wach zu sein und was dieses ›Wach-sein‹ selbst meint: mit wachen Augen, einem offenen Herzen und mutigen Händen in diesem Leben zu stehen - und das passiert nicht von allein.«

Jannis K.

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»Obwohl ich sicherlich nicht dem klassischen Theatergänger entspreche, fand ich meine Zeit als Zivi im ForumTheater super. Die Arbeiten waren sehr abwechslungsreich und haben auch fast alle viel Spaß gemacht ;-). Dazu kommt das tolle Team des Theater, als auch des restlichen Forum 3. Nicht zu vergessen war auch die gestellte WG direkt am Theater, also mitten in Innenstadt.

Wenn Ihr also Lust auf einen klasse Job habt und dazu mal was anderes außer Kinofilme sehen wollt, bewerbt euch gefälligst hier :D«

Peter W.

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»Nach meiner Waldorfschulzeit, stand die riesengroße Frage vor mir, wie vor jedem Schulabgänger: Was will ich eigentlich werden?

Das Forum 3 in Stuttgart kannte ich schon durch einen Nebenjob im Café, und so entstand dort eines Tages im Gespräch mit einem Mitarbeiter die Idee, ein einjähriges Praktikum zu absolvieren.
Diese Entscheidung war die Beste, die ich treffen konnte.

Das Forum 3 hat mir genau das gegeben, was ich zum damaligen Zeitpunkt dringend gebraucht habe. Ich konnte mich selbst entdecken und selbstständig werden.

Ich hatte dort viele Möglichkeiten, mich auszuprobieren, meinen kulturellen Interessen nach zu gehen, in das Arbeitsleben einzutauchen, viele interessante Kontakte zu knüpfen, ein wichtiges Mitglied in einer Gemeinschaft zu sein, mich mit gesellschaftskritischen und politischen Themen auseinanderzusetzen und unabhängig von den Eltern zu werden. Dies alles hat dazu beigetragen meine Persönlichkeit auszubauen und mich selbst zu entdecken.

Nach diesem Jahr im Forum fühlte ich mich reif, stark und zielstrebig. Ich wusste dann, wo meine berufliche Perspektive lag. Heut arbeite ich als Erzieherin in einem Kinderheim. Ohne das Jahr im Forum wäre vielleicht alles anders gekommen.«

Madeleine G.

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» Mein Jahr im Forum 3 – ein Jahr mit unzähligen bewegenden, schönen Begegnungen und Momenten, aber auch herausfordernden und komplizierten  Situationen.

Ein Jahr in dem ich mich selbst in diesen Situationen kennenlernen und erleben durfte und lernte, offen zu sein und Spontanität zu wahren. 

Ein Jahr voll Zusammentreffen und Aufeinander treffen – das mir beibrachte Eigenheiten, Persönlichkeiten und die Verschiedenheit von Bedürfnissen nicht nur zu tolerieren, sondern verstehen zu versuchen – und wertschätzen zu lernen.

Ein Jahr  aus dem ich so viel stärker herausgehe, und auf das ich für alles, was mir an Gemeinschaft, Konflikten, Zusammenhalt, Verantwortung, Freiraum, Vertrauen und Freundschaft  begegnete, dankbar zurückblicke. «

Julia F.

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